Unsere Bücher

 

Das Leben schreibt die spannendsten, aber auch die skurrilsten Geschichten,
Franz Brunner sammelt sie lediglich ein und bereitet sie auf.
Hinter jeder Ecke lauert eine Erzählung, und jeder Passant
kann unverhofft zum Helden oder Antihelden einer solchen werden.
Alles nur eine Frage der Wahrnehmung, der Stimmung, des richtigen Augenblicks.
So wie das Leben zu kurz ist, um schlechten Wein zu trinken,
so verhält es sich auch mit unseren Erlebnissen.
Mit einer Portion Humor lässt sich so manches,
was der Alltag für uns bereithält, leichter überstehen.
Sie müssen außerdem nicht die CO2-Bilanz zusätzlich belasten.
Unmittelbar um uns herum passiert genug Bemerkenswertes.
Überzeugen Sie sich mit diesen amüsanten Geschichten selbst davon.


Erfahren Sie, was die Maslow’sche Bedürfnispyramide mit WhatsApp zu tun hat,
warum ausgerechnet in Steyr ein UFO landet
oder welche Bedeutung der Schweinezyklus für einen Literaten hat.

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LESEPROBE

Das Gerstenproblem

Es gibt Tage, die vergisst man nie.
Zum Beispiel die Entdeckung Amerikas am 12. Oktober 1492,
die Unterzeichnung des Staatsvertrags am 15. Mai 1955
oder den eigenen Hochzeitstag am Tag X, den hat Frau immer, man(n) zumeist, einigermaßen in Erinnerung.
Und dann gibt es Nachrichten, die treffen dich wie ein Keulenschlag.
Die letzte große Keule traf mich am 16. Oktober 2018, die zugehörige Hiobsbotschaft war entsetzlich.
Sie strahlte weiß auf blau von der ORF-Internetseite:
Der Klimawandel gefährdet weltweit die Gerstenernte!

Die möglichen Folgen? Ich will sie mir gar nicht richtig ausmalen, auf jeden Fall eine Katastrophe.
Mit zittrigen Fingern greife ich zum Handy, vertippe mich mehrmals, dann klappt es schließlich doch.
Mein Freund Kurt meldet sich mit heiserer Stimme. „Kurt, hast du’s schon gelesen?“
Klar hat er, das war seiner Stimme gleich anzumerken. „Und? Was machen wir?“
Wir verabreden uns zu einer Krisensitzung beim Wirt unseres Vertrauens, in einer halben Stunde.
Immerhin handelt es sich um einen akuten Notfall, der keinen Aufschub duldet.

Ich muss an dieser Stelle ohne Wenn und Aber gestehen:
Meine mir von höchster Stelle zugeehelichte Ernährungsberaterin hat meinen vollen Respekt.
Eigentlich schon immer, jetzt allerdings noch viel mehr.
Sie muss diese Bedrohung geahnt haben, als sie wieder und wieder versuchte,
meine Zuneigung zum Gerstensaft zu reduzieren oder zumindest in geordnete Bahnen zu lenken.
Sie hat nie aufgegeben, und heute bin ich ihr dafür außerordentlich dankbar.
Sie wollte mir diese grauenhafte Situation ersparen, dass der weltweite Engpass an Gerste mich in eine satte Depression stürzt.
Dass Bier nun knapp, teurer und irgendwann ganz unerschwinglich wird, kann mir kaum etwas anhaben.
Gott sei Dank, ich habe rechtzeitig vorgesorgt und meine Trinkerkarriere mit einem zweiten Standbein solide abgesichert: Wein.
Ja, mir schmeckt auch der Wein, sehr gut sogar.
Second Source heißt das Zauberwort, mein Wirtschaftsstudium trägt wieder einmal Früchte, ich bin gerettet.
All das geht mir auf dem Weg zur Krisensitzung mit Kurt durch den Kopf.

Kurt hat es leider verabsäumt vorzusorgen, einen Plan B für die Zeit nach dem Bier zu schmieden.
Er mag keinen Wein und hat außerdem eine Wasserallergie.
Also Schwimmen, Plantschen, Baden und Duschen, das mag er schon, aber er kann Wasser nicht trinken,
vertraut völlig auf das deutsche Reinheitsgebot von 1516.
Er ist da wie ein Fels in der Brandung, unnachgiebig und sehr konsequent.
Und aktuell zudem eine arme Sau. Als er den Gastraum betrat, war ihm anzusehen, wie sehr er leidet.
Ich hatte kurz vor ihm an einem strategisch günstigen Tisch Stellung bezogen, Luftlinie zur Ausschank etwa vier Meter.
Otto, der Wirt, war daher in ständiger Rufweite.
Wir hielten uns nicht lange mit Vorreden auf,
Otto stellte zwei Krügerl mit ehrfurchtgebietender Schaumkrone auf den Tisch
und wir legten ohne Umschweife los mit der Ideenfindung.
Wir waren vom beruflichen Vorleben lösungsorientiertes Arbeiten gewohnt,
wenngleich uns das Gerstenproblem als globale Herausforderung doch einiges abverlangen wird.
Das wird kein Kinderspiel und ebenso kein Ponyreiten, das war uns von Beginn weg klar.
Ein erster kräftiger Schluck, ein kurzes Absetzen und ein zweiter, genussvoller Schluck hinterher.
Merklich inspiriert sprudelten bald darauf die ersten Lösungsvorschläge wie von selbst aus uns heraus.

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Informationen zum Buch

Franz Brunner
RUND UM DIE ECKEN DES LEBENS
Heitere Geschichten

ISBN 978-3-903259-14-0
Verlag am Sipbach
1. Auflage März 2020
Hardcover, Lesebändchen, 224 Seiten
€ 20,90

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