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In einer österreichischen Kleinstadt sind Sebastian Welser und seine Frau Maria
wie auch andere Bewohner des sogenannten Nordstadtviertels
vom geplanten Bau einer Hochleistungsstrecke der Eisenbahn unmittelbar betroffen.
Als Sebastians älterer Bruder Ernst in ein Koma fällt, kehrt sein zweiter Bruder Chris in die Stadt zurück.
Die beiden sind entzweit, seit Chris einen Verkehrsunfall verursacht hat,
durch den Sebastians und Marias Tochter querschnittgelähmt ist.

Der Zwist zwischen den Brüdern, aber auch der um das Bauvorhaben der Eisenbahngesellschaft spitzt sich rasch zu.
Als eine Delegation der russischen Partnerstadt Mirsk in dem Städtchen eintrifft,
kommt es zu einer Wende im Leben der Familie Welser wie auch ihrer Nachbarn und Freunde.

„Weit weg“ ist der dritte Band einer Trilogie rund um das Schicksal der Familie Welser.

Mit „Sommer, noch nicht Herbst“ legt der Menschensammler und -kenner Konrad Peter Grossmann
erneut einen polyphonen, detailreich angelegten Roman
über die Bandbreite, Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit gelebten und erlebten Lebens vor.
Anhand der Lebensgeschichte dreier Brüder
und in Analogie zu den Brüdern Karamasow des russischen Romanciers Fjodor Michailowitsch Dostojewski
entwirft er ein vielschichtiges und farbiges Figurenpanorama in einer österreichischen Kleinstadt der Gegenwart,
eine Geschichte, die Beziehungs- und Bildungsroman zugleich ist.
Ein Roman auch über die wichtige Bedeutung der Musik, über die Sehnsucht nach fernen Ländern
und vor allem über die rettende Kraft von Literatur.

Rudolf Habringer, Walding

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LESEPROBE

Anneliese

Auf der Station war es still.
Eine Krankenschwester saß im Schwesternzimmer vor einem Computer.
Als sie vorbeiging, nickte sie ihr zu. Sie nickte zurück.
Ernst lag völlig unbeweglich da. Er kam ihr vor wie ein Fremder.
Er war ein Fremder.

Sie wollte das Kettchen gerade auf seinen Nachttisch legen,
als die Tür aufging und die Krankenschwester hereinkam.
Sie trat zu Ernsts Bett und machte etwas an dem Schlauch,
der von einer Infusionsflasche, die auf einem Ständer neben seinem Bett hing,
zu Ernsts linker Armbeuge führte.
Annelieses Blick fiel auf den Monitor, der auf der rechten Seite von Ernsts Bett stand.
„Was macht so ein Monitor eigentlich?“, fragte sie.
Die Krankenschwester blickte zu ihr hin.
„Er löst einen Alarm aus, wenn es zum Beispiel zu Herzrhythmusstörungen kommt.
Dann können wir schnell reagieren.“
„Wo sieht man denn den Herzschlag?“
„Hier.“ Die Krankenschwester deutete auf eine der Linien.
Sie sah aus wie die leicht gekräuselte Oberfläche eines Meeres,
das in regelmäßigen Abständen immer wieder von einer hohen Welle durchbrochen wurde.
Die Krankenschwester verließ das Zimmer.

Sie blickte auf die Wellenlinie seines Herzens auf dem Monitor.
Bei ihren Auftritten hatten Ernst und seine Band immer einen Song von einem Kanadier gespielt –
sein Name fiel ihr jetzt nicht ein –, der Heart of Gold geheißen hatte.
Nur dass Ernst schon lange kein Heart of Gold mehr hatte.
Zumindest keines für sie.
Dann legte sie das Kettchen auf den Nachttisch und ging hinaus.

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Informationen zum Buch

Konrad Peter Grossmann
SOMMER, NOCH NICHT HERBST
Roman
ISBN 978-3-903259-25-6
Verlag am Sipbach
1. Auflage Februar 2021
Hardcover, Schutzumschlag, Lesebändchen,
640 Seiten, € 35,20

 

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